20. November 2022 | michaelrein | 0 Kommentare

Hör auf die Stimme der Schöpfung – Schöpfungszeit 2022

In der „Schöpfungszeit“ vom 1. September bis zum 4. Oktober feiern, beten und handeln Kirchen auf der ganzen Welt, um Gottes Schöpfung, unser gemeinsames Zuhause, zu schützen. Die Schöpfungszeit hat sich zu einem weltweiten Großereignis entwickelt, das von allen großen christlichen Konfessionen und Netzwerken unterstützt wird. Seit mehreren Jahren sind wir von A Rocha im Planungs-Team und helfen mit, Themen zu wählen und Material zu erstellen. Der Zeitraum fällt in vielen Teilen der Welt mit der Erntezeit zusammen und endet mit dem Tag des Heiligen Franziskus. Wir geben jedes Jahr einen mehrsprachigen Leitfaden für die Gottesdienste mit Predigtanmerkungen für jeden Sonntag (sie richten sich nach dem sog. „Revised Common Lectionary“ und Ideen für lokale Aktivitäten und Kampagnen heraus. Dieses Jahr begannen wir die Schöpfungszeit mit einem Online-Gottesdienst, der aus Manila übertragen wurde.

Das diesjährige Thema lautet „Höre auf die Stimme der Schöpfung“, mit dem Bild eines brennenden Dornbuschs. In Exodus 3 hörte Mose Gottes Stimme aus einem brennenden, aber nicht verbrannten Dornbusch sprechen, zog seine Schuhe aus und nahm den Boden als heilig wahr. Waldbrände, die vielerorts Teil natürlicher ökologischer Prozesse waren, kommen heute aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels viel häufiger vor und werden zunehmend zu einer großen Bedrohung. Was mag Gott uns heute durch diese Brände sagen, die mit erschreckender Unvorhersehbarkeit verzehren und zerstören?

Die Schöpfung spricht auf vielerlei Weise, und wir müssen, so wie Jesus, als er sich in der Wüste eine Auszeit nahm, auf die Stimme der Schöpfung hören, die ohne Worte spricht:

Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes;

die Himmel verkünden das Werk seiner Hände.

Ein Tag sagt es dem anderen,

und eine Nacht sagt es der nächsten.

Sie haben keine Sprache, sie benutzen keine Worte;

kein Laut ist von ihnen zu hören.

Und doch geht ihre Stimme hinaus in die ganze Welt,

ihre Worte bis ans Ende der Welt.

Psalm 19:1-4a

In der heutigen Welt erschlägt uns das Stimmengewirr aus unzähligen Kanälen. Die Natur hingegen spricht zu uns auf einer anderen Wellenlänge, sie verkündet Gottes Herrlichkeit ohne Worte, wie Psalm 19 so schön zum Ausdruck bringt. Während der Pandemie haben viele Menschen auf der ganzen Welt in der Schöpfung Trost und Perspektive gefunden. Was sagt uns Gott durch die Schöpfung über unsere Prioritäten und Werte? Was offenbart Gott über seinen eigenen Charakter, seine Herrlichkeit und sein Ziel? Natürlich seufzt auch Gottes Schöpfung sowohl in Qual als auch in Hoffnung und sehnt sich danach, von ihrer Knechtschaft des Verfalls befreit zu werden (Römer 8, 19 – 22). Wir können das Seufzen der Schöpfung im Abschmelzen der Gletscher, in der Korallenbleiche, dem Fällen großer Bäume, der Vergiftung der Ozeane, dem schleichenden Vordringen der Wüsten und dem Verschwinden einst vertrauter Arten aus unserer Region wahrnehmen. Auch die menschlichen Opfer des Raubbaus an der Natur und des Klimachaos schreien nach Reue, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. Auch sie sind Teil des Seufzens der Schöpfung Gottes. Wenn die Schöpfung stöhnt, löst das in unseren Herzen einen tiefen Schmerz aus? Und treibt es uns zum Weinen, zur Fürbitte und zum Handeln?

Machen Sie mit und regen Sie in Ihrer Kirchengemeinde an, die Schöpfungszeit zu feiern. Lasst uns auf die Stimme von Gottes Schöpfung hören!

Kategorien: Reflexionen
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